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ADHS im Beruf: ADHS ist oft ein Umsetzungsproblem

ADHS bei Erwachsenen: Impulsivität und der Teufelskreis im Arbeitsalltag

Wer ist Neurodivergent?

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Was mein Klientel sagt

Unternehmer

"In der Zusammenarbeit mit Oliver arbeiteten wir am Selbstvertrauen, da ich oft die Beherrschung verloren habe. Heute kann ich für meine Anliegen einstehen und auch mal ganz klar NEIN! sagen." 

Firmeninhaberin

„Deiner wertvollen Tipps lassen sich mühelos im Alltag umsetzen. Dazu las ich öfters deine Aufzeichnungen durch."

 

Geschäftsführer

"Die  Kommunikation mit meiner Frau hat sich wesentlich verbessert. Wir erleben gemeinsam neue Tiefen, die schon vor langem abgeflacht waren.

Danke, dass sie auch dabei sein durfte." 

Aussendienstmitarbeitenden

„Besonders deine neutrale Art, die Vor- und Nachteile der Medikamente aufzuzeigen, halfen mir, mich endlich zu entscheiden. Seit 3 Wochen nehme ich sie und bin erstaunt, wie viel leichter es mir fällt, bei Gesprächen konzentriert zuzuhören."

Unternehmerin

"Als Unternehmerin stört es mich schon lange, dass ich oft etwas vergesse und ständig was liegen bleibt.

Oliver's Planungskonzept ist wirklich legendär und sofort umsetzbar. Kann ich von Herzen empfehlen."  

Mutter mit Sohn

„Seit unserem Gespräch habe ich das Gefühl, dass unser Sohn so richtig aufgeblüht. Plötzlich bekomme ich einfach so Nachrichten wie: ‚I love you.‘ Einfach Wow."

Einzelunternehmer

„Seit ich verstanden habe, wie ich mein Gedankenkreisen unterbrechen kann, leide ich weniger unter diesen Gefühlsschwankungen. Selbst nach einem mühsamen Gespräch sind die trüben Gedanken in Sekunden weg – einfach weg! Das fühlt sich unglaublich befreiend an.“

HR Teamleiterin

„In nur fünf Sitzungen habe ich mit Oliver meinen Arbeitsplatz neu geordnet und meine Planung vereinfacht. Seither arbeite ich deutlich entspannter – das spiegelt mir auch mein Team wider.

Danke für die vielen kleinen, praxisnahen ADHS-Tipps, die mir nun im Arbeitsalltag zusätzlich zur Verfügung stehen.“

Lehrling, nach der Abschlussprüfung

Ich danke dir vo  Herze, das du mir immer zuelosisch nie bös uf mich bisch und mich immer unterstützisch. 

Ich ha so viel vo dir glernt und für das bin ich dir mega dankbar. 

Und ey ich han bestandäääää :-)

Pflegefachperson

"Es tut gut, mit jemanden zu sprechen, der das Versicherungs- und Gesundheitswesen kennt.

Oliver half mir, mich von den ständigen Reizen und Anforderungen klarer zu distanzieren und mehr für mich und meine Grenzen einzustehen."

ADHS im Beruf: ADHS ist oft ein Umsetzungsproblem Expand

Viele Erwachsene mit ADHS kennen dieses Muster:
Ein Problem taucht auf, also wird eine Lösung recherchiert. Bücher, Podcasts, Artikel, Tools…. Meist suchen sie nach mehrere Lösungen.

Kurz entsteht Erleichterung: «Jetzt habe ich die Lösung!»

Dann kommt der Alltagsdruck, die Müdigkeit und die Lösung bleibt im Kopf, wird aber nicht umgesetzt. Das wiederholt sich wieder und wieder. «Wissensfriedhof» nenne ich das Phänomen.

Das Problem bei ADHS ist oft nicht das fehlendes Wissen. Das Problem ist der Schritt vom Wissen zum Handeln.

Im Berufsleben wird genau dieser Punkt oft unterschätzt. Denn nach aussen sieht es dann so aus, als fehle Motivation, Disziplin oder Verlässlichkeit. Tatsächlich kann etwas anderes dahinterstehen: Eine Person weiss, was zu tun wäre, kommt aber nicht rasch genug in die Umsetzung.

Das ist nicht nur für die betroffene Person belastend. Es ist auch im Team sichtbar: Aufgaben bleiben liegen, Rückfragen wiederholen sich, Fristen geraten unter Druck, Führungspersonen müssen häufig nachfassen – im schlimmsten Fall werden Prozesse blockiert.

ADHS ist auch ein Umsetzungsproblem

ADHS betrifft nicht nur die Aufmerksamkeit. In der Fachliteratur erwähnt man häufig die exekutive Funktionen wie: Aktivierung, Handlungssteuerung, Arbeitsgedächtnis und Selbstregulation. Diese Funktionen sind wichtig, um Aufgaben zu beginnen, dranzubleiben und abzuschliessen. Einschränkungen in exekutiven Funktionen wirken sich direkt auf Arbeitsorganisation und das Zeitmanagement aus.

Das erklärt ein typisches Paradox:
Menschen mit ADHS haben sehr gute Lösungen für andere. Sie sehen klar, was helfen würde. Sie können analysieren und beraten. Bei den eigenen Aufgaben funktioniert das aber oft nicht wirklich.

Darum hilft mehr Wissen nur begrenzt. Noch ein Modell, noch ein Buch, noch eine Methode kann sogar zur nächsten Blockaden-Schleife werden.

Die Wissensschleife bei ADHS

Im Berufsalltag sieht diese Schleife oft so aus:

Ein Projekt bleibt liegen. Eine E-Mail wird nicht beantwortet. Eine Rechnung wird vergessen. Eine Aufgabe wird immer wieder verschoben. Typische Aufgaben, die gerne aufgeschoben werden.

Dann beginnt die Suche nach Lösungen. Man findet eine Methode. Aber…vielleicht lässt sich noch eine bessere Methode finden…oder noch eine…oder erst mal Kaffeepause und überlegen, was es alles für Methoden geben könnte…?
Genug Lösungen fühlt sich nach mehr Sicherheit und Kontrolle an. Aber Recherchen sind zeitintensiv und ist geistig anstrengend – für die Umsetzung fehlt plötzlich die nötige Energie: «ich mach’s dann eben am nächsten Tag». Die Lösung bleibt im Kopf, sie wird aber nicht angewendet. So entsteht viel Wissen, aber wenig Veränderung.

Warum Druck allein selten reicht

Wenn Aufgaben wiederholt nicht umgesetzt werden, reagieren viele Betriebe mit mehr Kontrolle: mehr Erinnerungen, mehr Deadlines, mehr Gespräche, mehr Druck, viel Micromanagement.

Kurzfristig kann das funktionieren. Langfristig löst es das Kernproblem aber nicht. Die Person weiss danach noch immer, was sie tun sollte. Aber der Schritt in die Umsetzung wird dadurch nicht automatisch einfacher.

Für Führungspersonen wird das mit der Zeit ebenfalls belastend. Sie müssen wiederholt nachfragen, erklären, korrigieren und auffangen. Was als individuelles Problem beginnt, wird dadurch schnell zu einem Führungsthema, einem Teamthema und irgendwann zu einem HR-Thema.

Es ist deshalb sinnvoll, früh professionelle Hilfe beizuziehen und nicht erst, wenn Konflikte, Leistungseinbrüche oder Kündigungsgedanken entstanden sind.

Gutes ADHS-Coaching vermittelt nicht ständig Neues

Im ADHS-Coaching sollte es deshalb nicht in erster Linie darum gehen, immer mehr Wissen und Methoden zu vermitteln. Viele Betroffene haben schon Podcasts gehört oder Bücher gelesen. Sie brauchen nicht eine fünfte oder sechste Methode, sondern Unterstützung dabei, die passende Methode in den Alltag zu integrieren und nachhaltig anzuwenden.

Dabei empfiehlt sich, das ADHS möglichst gut zu verstehen (Psychoedukation) und den Veränderungsprozess über längere Zeit zu begleiten.

Zwei einfache Lösungen

1. Nur eine Aufgabe sichtbar ändern

Nicht fünf Aufgaben (oder alles auf einmal) ändern wollen.

Eine Aufgabe reicht – dafür dran bleiben und durchziehen. Für 90% der Arbeitenden mag das logisch klingen. Für Betroffene ist es die grosse Herausforderung.

2. Den Einstieg zeitlich begrenzen

Oft denkt man sich, «oh Gott, ich muss es jetzt fertig machen» – und schon wählt man eine andere Aufgabe als Ersatz. Es spricht aber nichts dagegen, sich nur 30 Minuten für diese Aufgabe vorzunehmen. Das vereinfacht oft den Einstieg.

Diese beiden Lösungen können kurzfristig helfen, lösen aber nur selten das zentrale Problem: Viele Menschen mit ADHS brauchen nicht nur Tipps, sondern jemanden, der mit ihnen überprüft, ob ein Vorgehen im echten Alltag funktioniert und es bei Bedarf anpasst. Nicht nur für die betroffene Person bedeutet das Entlastung. Auch für das berufliche Umfeld sowie die Führungspersonen entspannt sich die Situation.

Wer im Berufsleben mit ADHS immer wieder an der Umsetzung Schwierigkeiten zeigt, braucht eine Struktur, die verhindert, dass jedes Mal dieselbe Schleife entsteht: Lösung suchen, Energie verlieren, Umsetzung «auf später» verschieben, Lösung speichern, vergessen und wieder neue Lösung suchen.

Hilfe in dieser Phase anzunehmen ist kein Zeichen von Unfähigkeit. Es ist eine sachliche Antwort auf ein wiederkehrendes Umsetzungsproblem. Hilfe annehmen ist kein Zeichen der Schwäche – sondern der Stärke.

Und genau dort entscheidet sich, wer sein Potential ausschöpft oder es ungenutzt im Kopf herumträgt.

ADHS-Coaching ersetzt keine Diagnostik, keine medizinische Behandlung und keine Psychotherapie. Es kann aber dort ansetzen, wo Wissen allein nicht reicht: beim Transfer in konkrete Handlung, berufliche Struktur und spürbar entspannteres Klima am Arbeitsplatz.

ADHS bei Erwachsenen: Impulsivität und der Teufelskreis im Arbeitsalltag Expand

Impulsivität und ADHS bei Erwachsenen: Eine sachliche Kritik – und die Stimmung kippt plötzlich

ADHS und impulsive Reaktionen sind häufig.
Laut Barkley stehen 30% der ADHS-Betroffenen in Situationen auf, in denen Sitzenbleiben erwartet wird. Es ist eine neuroentwicklungsbezogene Auffälligkeit, die mangelhaft bewusst kontrolliert werden kann.

Ein besonders belastender Bereich ist die rasche emotionale Impulsivität: Wut kann schnell entstehen, wird intensiv erlebt und wird manchmal sichtbar, bevor die Person ihre Reaktion innerlich sortieren und kontrollieren kann.

Danach folgt oft ein Teufelskreis, der viele Betroffene kennen.
Der sieht häufig so aus:

Auslöser → Steigende innere Anspannung → Wut → Wut wird herausgelassen → kurzfristige Entspannung → Nachdenken → Erkennen des Fehlverhaltens → Reue → Schuldgefühl oder Trauer → Entschuldigung → Vorsatz, es besser zu machen → vorübergehende Besserung → neuer Auslöser → erneute impulsive Reaktion (Wut).

Dieser Kreislauf ist nicht deshalb so hartnäckig, weil jemand „einfach nicht lernen will“. Er bleibt oft bestehen, weil das Herauslassen der Wut in dieser Situation für ihn/sie die einzige Lösung ist, um den inneren Druck zu senkt. Genau diese kurzfristige Erleichterung schädigt langfristig die Beziehungen und das Vertrauen.

Warum passiert das bei ADHS gehäuft?

Bei Erwachsenen mit ADHS ist emotionale Dysregulation wissenschaftlich gut belegt. Eine Meta-Analyse mit 13 Studien fand bei Erwachsenen mit ADHS deutlich höhere Werte emotionaler Dysregulation als bei Kontrollpersonen. Ausserdem korrelierte die Schwere der ADHS-Symptome mit der emotionalen Dysregulation.

Das bedeutet:
Zwischen Reiz und Reaktion liegt oft weniger „Puffer“. Wenn Kritik, Druck, Ungerechtigkeit oder Überforderung auftreten, kann das emotionale System schneller hochfahren. Dann wird eine E-Mail, ein Gesichtsausdruck oder ein Satz im Meeting rascher als akute Bedrohung, Abwertung, Ungerechtigkeit oder Angriff erlebt.

Beispiel 1:

Ein Mitarbeiter mit ADHS stellt ein Projekt vor. Die Vorgesetzte sagt:
„Du hast gute Arbeit geleistet, aber der Bericht ist noch nicht klar und nachvollziehbar strukturiert.“

Sachlich meinte der Vorgesetzte:  
Der Bericht braucht Überarbeitung.

Mögliche ADHS-Interpretation:
„Wieder nicht richtig gemacht. Egal was ich mache, es ist nie gut genug. Nie!“

Die Wut steigt. Der Mitarbeiter antwortet scharf:
„Dann machen Sie es doch selbst, wenn ich sowieso alles falsch mache“ – schmeisst seine Mappe hin, steht auf und läuft davon.

Kurzfristig fühlt sich das wie Selbstschutz an. Der Druck sinkt. Nach dem Meeting beginnt die Reflexion: Die Kritik war nicht persönlich gemeint. Die Reaktion war unangemessen. Danach folgen Reue, Scham, Trauer und eine Entschuldigung. Beim nächsten Meeting reicht aber wieder ein ähnlicher Satz, und der Kreislauf startet erneut.

Beispiel 2:

Die Mitarbeiterin schreibt im Mail:
„Bitte sofort erledigen.“

Sachlich meinte sie:  
Es ist dringend.

Mögliche ADHS-Interpretation:
„Wieder werde nur ich herumkommandiert. Niemand sieht, was ich sonst noch alles erledigen müsste. Dabei habe ich sonst schon mehr Überstunden als alle anderen.“

Bei ADHS können zunehmender Arbeitsdruck und häufige Unterbrechungen zur Überforderung führen. Die Antwort kommt impulsiv: „Mann, was soll das? Ich kann doch nicht alles gleichzeitig machen.“

Später erkennt sie: Der Ton war zu aggressiv. Die eigentliche Ursache war nicht die Nachricht, sondern zunehmende Überlastung, sich keine Pause gönnen und zunehmende innere Anspannung – oder wie wir es nennen: «s Tüpfli uf em i».

Was hilft?

  • Nie die Konfrontation suchen.
    Daraus entstehen ein endloses gegenseitiges Rechtfertigen und Schuldzuweisung.
  • Die Situation akzeptieren.
    Ist jemand frustriert und/oder läuft davon hat es einen Grund. Oft verhindert man damit noch mehr Schaden.
  • Zeit lassen, Gedanken sortieren.
    Viele ADHS-ler brauchen Zeit, um die Gedanken selbst zu sortieren. Gut zureden wird als störend empfunden. Man kann auch nachfragen.
  • Nachbesprechen.
    Je nach dem erst am Folgetag, wenn die Wut verflogen ist.
  • Pausen zur Gefühlsregulierung nutzen.
    Pausen entspannen. Wieso nicht in der Pause kurz spazieren gehen?

Wenn möglich auf Sanktionen verzichten.

Wer sanktioniert geht davon aus, dass der Betroffene bewusst und absichtlich so handelte – und es somit steuern kann. Das ist leider falsch.

  • Es ist unmöglich, dass das «ab jetzt» nie mehr vorkommen wird.
  • Ein hilfreicher Ansatz ist gezielt an der Impulsivität und an der Selbstwahrnehmung über längere Zeit zu arbeiten.  

Bitte an Führungspersonen und HR:

Weder eine Führungskraft noch das HR muss ADHS differenziert verstehen. Sie sollen aber ein Klima schaffen, die Eskalationen mindern sowie Arbeitsbedingungen ermöglichen, damit Betroffene die gewünschten Leistungen erbringen können.  

Als erste Instanz empfehle ich, die KI oder entsprechende Website zu besuchen. Werden dadurch keine Fortschritte erzielt, kann ein Therapeut oder entsprechend ausgebildeter Coach beigezogen werden.

ADHS im Schulzimmer Expand

Weil ADHS den Unterricht mitbestimmt

ADHS ist keine Frage von schlechtem Willen. Das Bundesamt für Gesundheit beschreibt ADHS als meist im Kindesalter auftretende Entwicklungsstörung mit Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität und Impulsivität. Die Ausprägung kann sehr unterschiedlich sein; ebenso unterschiedlich ist der Leidensdruck für betroffene Kinder und ihr Umfeld.

Im Schulzimmer wird diese Unterschiedlichkeit konkret: Ein Kind platzt heraus, steht auf, verliert den Faden, vergisst Material, reagiert heftig auf kleine Frustrationen oder wirkt abwesend, obwohl es sich bemüht. Für die Lehrperson entsteht daraus eine Mehrfachaufgabe: unterrichten, führen, beruhigen, erklären, Grenzen setzen, Eltern einbeziehen und gleichzeitig die ganze Klasse im Lernen halten.

Genau hier entscheidet fundiertes ADHS-Verständnis. Nicht, weil Lehrpersonen diagnostizieren sollen. Sondern weil sie täglich Situationen gestalten, in denen Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Bewegung, Beziehung und Klassenklima zusammenwirken.

Die Schwierigkeit liegt nicht nur beim einzelnen Kind

ADHS betrifft im Schulalltag mehrere Ebenen gleichzeitig.

Das betroffene Kind muss Anforderungen erfüllen, die ihm besonders schwerfallen: ruhig sitzen, länger zuhören, abwarten, Material ordnen, Aufgaben beginnen und beenden. Die CDC weist darauf hin, dass Kinder mit ADHS im Schulalltag mehr Hindernisse erleben als andere Kinder und dass Aufmerksamkeit für sie zusätzliche Anstrengung bedeuten kann. Deshalb können klare Aufgaben, Pausen, Bewegung und reduzierte Ablenkung hilfreich sein.

Die Lehrperson steht häufig unter Druck, weil wiederholtes Ermahnen wenig nachhaltig wirkt. Das Zentrale ADHS-Netz beschreibt diesen Kreislauf treffend: Lehrpersonen fordern Verhalten ein, das betroffenen Kindern besonders schwerfällt; ständige Ermahnungen können Ärger, Hilflosigkeit und verpasste positive Rückmeldungen begünstigen. Gut gestaltete Rahmenbedingungen geben dagegen Orientierung für Schule, Klasse, Lehrpersonen und einzelne Schülerinnen und Schüler.

Die Mitschülerinnen und Mitschüler erleben Unterbrechungen, Unruhe oder scheinbar ungleiche Behandlung. Forschung zu Peer-Beziehungen zeigt, dass Kinder mit ADHS-Symptomen häufiger Schwierigkeiten mit Akzeptanz, Unterstützung und stabilen Freundschaften haben; in einer Studie mit 558 Kindern aus 34 Klassen waren höhere ADHS-Symptome mit ungünstigeren Peer-Beziehungen über das Schuljahr verbunden.

Die Eltern erleben oft wiederkehrende Rückmeldungen aus der Schule, Unsicherheit und Abwehr. Gute Zusammenarbeit ist deshalb kein Zusatz, sondern Teil der Unterstützung. NICE empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS Information, Unterstützung, Einbezug der Schule sowie klare Regeln und Struktur; ausdrücklich wird festgehalten, dass Elterntraining nicht bedeutet, Eltern hätten schlecht erzogen.

Warum Lehrpersonen fundiertes ADHS-Wissen brauchen

ADHS-Wissen verändert die pädagogische Bewertung einer Situation. Aus „Er stört absichtlich“ wird: „Er schafft den Übergang gerade nicht.“ Aus „Sie hört nie zu“ wird: „Der Auftrag war zu lang, zu abstrakt oder zu reizvoll konkurriert.“ Diese Unterscheidung ist praktisch relevant, weil sie die Intervention verändert.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse zu ADHS-Fortbildungen für Lehrpersonen fand 29 Studien, davon 22 meta-analysiert. Das Ergebnis: ADHS-Fortbildungen können das Wissen von Lehrpersonen deutlich verbessern; die Evidenz dafür, dass allein dadurch das Verhalten der Schülerinnen und Schüler dauerhaft sinkt, ist uneinheitlich. Das ist wichtig: Fortbildung ist kein Zaubertrick. Sie ist die Grundlage, damit wirksame Strategien konsistent angewendet werden.

Die CDC nennt für die Schule besonders zwei evidenzbasierte Ansätze: verhaltensorientiertes Klassenmanagement und Organisationstraining. Dazu gehören positive Verstärkung, klare Rückmeldungen, Struktur, Planungshilfen und ein konkreter Unterstützungsplan.

Der wirksame Mix: Aufmerksamkeit, Ruhe und Bewegung

ADHS im Schulzimmer braucht keinen einzelnen Trick. Es braucht einen abgestimmten Rhythmus.

1. Aufmerksamkeit erzeugen

Aufmerksamkeit entsteht eher, wenn Unterricht klar, sichtbar und in kleinen Schritten aufgebaut ist. Kurze Anweisungen, Blickkontakt ohne Druck, Wiederholung des Auftrags, klare Startsignale, sichtbare Zeitstruktur und unmittelbares positives Feedback reduzieren Missverständnisse. Die CDC empfiehlt unter anderem klare Aufgaben, häufiges Feedback, Hinweise vor Übergängen und organisatorische Hilfen.

2. Ruhe ermöglichen

Ruhe bedeutet nicht nur „still sein“. Ruhe bedeutet Vorhersehbarkeit. Ein Kind mit ADHS profitiert von klaren Abläufen, ruhigen Übergängen, weniger Reizüberflutung und der Möglichkeit, sich kurz zu regulieren. Für die Klasse bedeutet das: weniger Eskalation, weniger Unterbrüche, mehr Orientierung.

3. Bewegung aktiv einplanen

Bewegung ist bei ADHS nicht nur „Austoben“. Bewegung kann ein Regulationsinstrument sein. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von randomisierten kontrollierten Studien fand, dass körperliche Aktivität insgesamt positive Effekte auf Aufmerksamkeitsprobleme bei schulpflichtigen Kindern mit ADHS haben kann; besonders kognitiv einbindende Bewegung zeigte günstige Effekte.

Für den Unterricht heisst das: Bewegung nicht erst erlauben, wenn die Spannung zu hoch ist. Besser ist es, Bewegung geplant einzubauen: kurze Bewegungspausen, Aufgaben mit Positionswechsel, Material holen, Stehphasen, rhythmische Aktivierung, kurze Fokuspunkte danach.

Stressreduktion auf allen Seiten

Lehrpersonen erleben Kinder mit erhöhten ADHS-Symptomen in Studien als belastender im Unterricht. In einer Untersuchung mit 97 Lehrpersonen aus Kindergarten bis 2. Klasse wurden Schülerinnen und Schüler mit erhöhten ADHS-Symptomen und Beeinträchtigung als deutlich stressvoller beschrieben; Konflikte in der Beziehung verstärkten den Zusammenhang, Nähe in der Beziehung schwächte ihn ab.

Daraus folgt für den Schulalltag: Je mehr Unterricht nur reaktiv über Ermahnen, Stoppen und Korrigieren läuft, desto höher wird die Belastung. Ein geplanter Mix aus Aufmerksamkeit, Ruhe und Bewegung schafft dagegen mehr Vorhersehbarkeit. Das entlastet das betroffene Kind, weil es weniger scheitert. Es entlastet die Mitschülerinnen und Mitschüler, weil der Unterricht weniger unterbrochen wird. Es entlastet die Lehrperson, weil Führung nicht ständig im Krisenmodus stattfinden muss.

Warum eine Fortbildung im Team sinnvoll ist

Einzelne Lehrpersonen können viel bewirken. Nachhaltiger wird es, wenn ein Schulteam dieselbe Sprache und dieselben Grundprinzipien nutzt. Auch NICE empfiehlt, dass Fachstellen altersgerechte Trainingsprogramme zum Erkennen und Managen von ADHS für Fachpersonen entwickeln, die mit Menschen mit ADHS arbeiten, einschliesslich Bildung und Sozialbereich.

Der Schweizer Bundesrat hielt 2022 fest, dass Lehrpersonen, die ihren Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern vertiefen möchten, in der Schweiz vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Die in unserem Flyer beschriebene Fortbildung setzt genau hier an: „Lehrer trifft auf ADHS-Coach“ verbindet schulische Praxis mit ADHS-Fachwissen. Vorgesehen ist ein praxisnaher Workshop direkt vor Ort an der Schule, rund zwei Stunden, für Gruppen von 8 bis 20 Teilnehmenden. Inhaltlich geht es um ADHS-Grundlagen, Symptome und Zusammenhänge, vertieftes ADHS-Wissen bezogen auf den Unterricht, Bewegung als Schlüssel zur inneren Balance, Stressmanagement mit Entspannung und Fokus sowie Zeit für Fragen und Erfahrungsaustausch.

Das Ziel ist nicht, Lehrpersonen noch mehr Aufgaben zu geben. Das Ziel ist, Unterrichtssituationen besser zu verstehen und dadurch einfacher, klarer und gelassener handeln zu können. Damit unterstützten wir gerne Lehrerinnen und Lehrer, um nachhaltig gesund zu bleiben.

Wer ist Neurodivergent? Expand

Welcher der Personen auf dem Foto sind neurodivergent?

ADHS und Autismus werden in der Gesellschaft oft mit Vorurteilen behandelt.
Erst gestern sagte jemanden: ADHS Betroffene werden Suchterkrankt, weil sie in der Kindheit gefährliche Medikamente erhalten.
Genau…
….und die Erde ist eine Scheibe, welche der Storch vor ca. 11 Milliarden Jahren gebracht hat.

Die falsche Wahrnehmung ist inzwischen auch fachlich gut erklärbar:
es ist nicht eine „Krankheit“, die kommt und wieder geht. Es sind entwicklungsbedingte Unterschiede, die normalerweise über die ganz Lebensspanne bleiben.
Neurodivergente Unterschiede sind nicht ständig sichtbar, brauchen aber (unsichtbar) dauerhaft höhere kognitive und emotionale und Energie:

🔴 höhere Reizverarbeitungskosten
🔴 erschwerte Automatisierung von Alltagsabläufen
🔴 ständige Anpassung an der Umwelt
🔴 häufige Selbststeuerung-Überbelastung
🔴 erhöhte Angst und Stresssymptome

Das ist keine Meinung, sondern deckt viele
👉 Längsschnittstudien
👉 Funktionsanalysen
👉 Erfahrungen aus der klinischer Praxis

Wichtig: Neurodivergent


Viele ADHS- oder autistische Personen funktionieren äusserlich gut, aber innerlich nur mit massivem Mehraufwand. Ein Teil davon kann das „People pleasing“ sein, also eigene Bedürfnisse unterdrücken und es allen recht machen wollen.
Das erklärt, wie oft sie leiden – aber niemand nimmt es wahr.

Warum Neurotypische, Normale (=NT) das kaum nachvollziehen können:
🟧 Es sind keine lineare Beeinträchtigungen.
NT denken oft:
Krank = etwas geht nicht
Gesund = etwas geht

ADHS und Autisten funktionieren anders:
👉 es geht – aber nicht stabil, zuverlässig
👉 es geht – aber nur unter bestimmten Bedingungen
👉 es geht – aber es kostet mich unverhältnismässig viel
Aussenstehende sehen dies nicht und verstehen es in der Regel auch nicht – denn sie kenne es von sich selber nicht.

Neurotypische denken und handeln meist anders:
🟢 sie planen ohne es zu merken
🟢 sie regulieren Aufmerksamkeit automatisch
🟢 lesen soziale Kontexte implizit
🟢 wechseln Aufgaben ohne inneren Bruch
Diese Prozesse sind nicht bewusst zugänglich. Daher denken Neurotypische: „also so schwer kann das doch nicht sein!“

Bei Neurodivergenten ist es erschwert:
sie funktionieren unzuverlässig – einmal klappt es, das nächstes Mal nicht. Für Betroffene ist sowas sehr erniedrigend.
Wie oft höre ich Beispiele wie: „jetzt hat er es 2 Wochen täglich gemacht und plötzlich tut er so, als ob er noch nie davon gehört hat.“

Erfolge falsch interpretieren: „wer erfolgreich ein Studium abgeschlossen hat, kann gar kein Autismus/ADHS haben:“
👉 man sieht das Diplom, aber nicht die Erschöpfung, Überkompensation, das Masking, der Verschleiss am Körper. Erst Jahre später zeigen sich die Spätfolgen, oft in systemischen Erkrankungen und Burnout.

Wer ist auf dem Foto ist nun Neurodivergent?
Falls du jemanden gekürt hast, denk mal über deine eigenes Vor-Urteile nach. 😉

Schöne Weihnachten,
🎄 🎅 🎄
euer Coach-Oliver

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ADHS und Frauen Expand

Auswirkungen auf die Lebensspanne

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und die verbundene Begleiterkrankungen bei Frauen werden schlecht erkannt, oft spät oder falsch diagnostiziert. Dies hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mädchen und Frauen während ihres gesamten Lebens.

Eine Übersichtsaufnahme identifizierte welche fünf zentrale Entwicklungsbereiche aufzeigte:

  • Kindheit und Jugend – späte Diagnose und frühe Komorbiditäten,
  • Erwachsenenalter – hormonelle Auswirkungen und Komorbiditäten,
  • Perinatale Periode – Ergebnisse und Herausforderungen,
  • Wechseljahre und spätes Leben – hormonelle Übergänge und späte Diagnose,
  • interdevelopmentale Behandlungsüberlegungen – Evidenzlücken und Ansätze

Frauen mit ADHS erleben häufig verzögerte Diagnosen.

… was zu einem erhöhten Risiko für Angstzustände, Depressionen und maladaptive Bewältigungsstrategien führt. Hormonelle Schwankungen verschlimmerten die ADHS-Symptome, insbesondere während kritischer Entwicklungsphasen wie der Pubertät, der perinatalen Periode, der Menopause und des späteren Lebens. Er hebt die Notwendigkeit der Behandlungs- und Versorgungsansätze hervor.

Dringende umfassende Diagnostik bei Frauen fordern.

Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf, das Bewusstsein für spezifische ADHS-Erscheinungen bei Frauen und Mädchen zu verbessern und Gesundheitsdienstleister besser auszubilden, mit dem Ziel einer früheren Diagnose und umfassender, individueller, massgeschneiderter Behandlungsstrategien. Zukünftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, das Zusammenspiel zwischen ADHS und seinen Begleiterkrankungen zu verstehen sowie geschlechtsspezifische Behandlungsoptionen zu untersuchen, um die Gesundheitsergebnisse von Frauen mit ADHS zu verbessern.

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Ich freue mich, dich kennenzulernen. 
 

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